Blockausbildung „Rettung aus PKW“ am 09.05.2026
Einsätze mit eingeklemmten Fahrzeuginsassen stellen für Rettungsdienst und Feuerwehr eine besondere Herausforderung dar.
Um auf solche Einsätze optimal vorbereitet zu sein, führte die Freiwillige Feuerwehr Markt Feucht für ihre aktiven Feuerwehrleute im Rahmen des Jahresübungsplanes einen speziellen Block zum Thema Verkehrsunfälle mit PKW durch.
Der erste Abend diente als theoretische Grundlage. Hier standen unter anderem die Themen Fahrzeugtechnik, Sicherheitseinrichtungen an modernen Kraftfahrzeugen, alternative Antriebe, Rettungstechniken und Ersteinschätzung eines Patienten auf dem Programm.
Für den Übungssamstag waren die Teilnehmer in Kleingruppen zu maximal 15 Feuerwehrlern eingeteilt, um optimal üben zu können. Somit hatte jeder Teilnehmer die Gelegenheit, alle Techniken auszuprobieren und auch selbst einmal als „Opfer” gerettet zu werden. Insgesamt waren drei Stationen vorbereitet, die die Gruppen mit versetzten Startzeiten beüben konnten.

Station 1 zeigte die Standardsituation „PKW auf vier Rädern“. Unter Anleitung von Kommandant Erwin Felsner wurde ein Ablageplatz eingerichtet und das Fahrzeug gegen Wegrollen gesichert und unterbaut. Nach dem Glasmanagement wurden Türen entfernt und verschiedene Methoden zur Entklemmung (Entlastungsschnitte an verschiedenen Stellen, A-Säule strecken, Hoch und Weg, komplette Seitenöffnung, Lenkrad drücken) geübt. Den Abschluss bildete der Zugang über die Heckklappe und die Rettung des Patienten mittels „Tunnel-Technik“. Alle auf dem Ablageplatz vorbereiteten Geräte kamen für die verschiedenen Techniken zum Einsatz.



Bei Station 2 und 3 unter der Leitung von Markus Stelzer folgte die Lage „PKW auf Seite“. Nach einer kurzen Einweisung zu den in Feucht vorhandenen Abstützsystemen durfte ein Übungsteilnehmer in einem PKW Platz nehmen und wurde dann auf die Seite gedreht. Darauf folgten die Schritte: Fahrzeug sichern, stabilisieren, Zugang für den Inneren Retter, Schutz des Patienten, teilweise Entfernung der Frontscheibe und Unterstützung des Patienten mit einem Spineboard. Mit mehreren Schnitten von Rettungsschere und ggf. Säbelsäge wurde das Dach so vorbereitet, dass es abgeklappt werden konnte. Über diesen Freiraum konnte der Patient dann unter Einsatz vieler Hände befreit werden.


Die dritte und letzte Station war die Lage „PKW auf Dach“. Auch hier durfte wieder ein Übungsteilnehmer als Verletztendarsteller Platz nehmen und wurde dann aufs Dach gedreht. Wie in der zweiten Lage musste das Fahrzeug gesichert, stabilisiert und ein Zugang für den Inneren Retter geschaffen werden. Nach der Entfernung der Fahrertüre übernahm eine weitere Einsatzkraft die zusätzliche Sicherung des Patienten über den gewonnenen Freiraum. Die Rettung wurde wieder mittels der „Tunnel-Technik“ durchgeführt. Allerdings mit einem kopfüber hängendem Patienten.


Nach einem intensiven Übungstag waren insgesamt neun Fahrzeuge bearbeitet worden und reif für den Schrottplatz. Kommandant Erwin Felsner bedankte sich bei allen Teilnehmern für die Übungsteilnahme, bei Markus Stelzer für die Ausbildung an den Stationen und bei allen, die diese besondere Übung möglich gemacht hatten. Sein besonderer Dank galt den Firmen Karosseriebau Purucker und Gebr. Barth für die Bereitstellung der Übungsfahrzeuge.

