Neue Drehleiter und Stromanhänger offiziell in Dienst gestellt
Zur offiziellen Übergabe und Indienststellung der neuen Drehleiter sowie eines Notstromanhängers konnte Kommandant Erwin Felsner zahlreiche Gäste begrüßen. So hatten u. a. Feuchts Erster Bürgermeister Jörg Kotzur, Landrat Armin Kroder, MdL Felix Locke, Bezirksrat Markus Lüling, Vertreter und Vertreterinnen des Marktgemeinderates und der Verwaltung, Kreisbrandrat Holger Herrmann, Kreisbrandinspektor Florian Bayer, die Moosbacher Kommandanten Marco Back und Norbert Bogner, der evangelische Pfarrer Armin Kübler, der katholische Kaplan Dr. Norbert Okoledah-Donkor, Vertreter der Hersteller- und Ausstattungsfirmen Magirus und Jahn sowie zahlreiche aktive Mitglieder der Feuchter Wehr zusammen mit Passiven und Ehrenmitgliedern den Weg ins Feuchter Gerätehaus gefunden, um gemeinsam die Übergabe zu feiern.

Felsner freute sich, als Kommandant gleich zwei neue Fahrzeuge in Dienst stellen zu können. Der Stromanhänger eröffnet die Sicherheit, in Zeiten von Strommangellagen und Störungen in Stromnetzen im Feuerwehrhaus, das im Katastrophenfall auch als sog. Einsatzleuchtturm und Führungsstelle betrieben wird, unabhängig voll handlungsfähig zu bleiben. Auch die angebaute Rettungswache kann mit versorgt werden.

Die Drehleiter als das herausragende Fahrzeug im Feuchter Fuhrpark, von seiner Ausstattung und Leistungsfähigkeit und der verbauten Technik aktuell eines der modernsten Hubrettungsfahrzeuge für seine Hauptaufgabe: der Rettung von Menschenleben.
Feuchts Bürgermeister Jörg Kotzur kam auf die relativ lange Wartezeit bis zur Verfügbarkeit des Stromanhängers zu sprechen, die sich aber gelohnt hat. Mit diesem Gerät und weiteren in den letzten Jahren getätigten Investitionen und durchgeführten Aktionen sieht er die Marktgemeinde als sehr gut aufgestellt, um in Notlagen handlungsfähig zu bleiben. Sowohl beim Notstromanhänger als auch bei der Drehleiter verwies Kotzur auf die stete Einigkeit im Marktgemeinderat bei Beschaffungen für Sicherheit im Allgemeinen und die Feuerwehr im Speziellen. Er dankte allen ehrenamtlich Aktiven der Feuerwehr für die investierte Zeit für Ausbildung, Bedienung und Engagement. „Technik ist das Eine. Bedienung durch Menschen das Andere“.

Landrat Armin Kroder nahm die Worte von Kotzur auf und begrüßte außerordentlich, dass Ehrenamtliche im Feuerwehrdienst 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag bereit stehen. Er wies darauf hin, dass immer noch viele Bürger denken, dies wäre alles hauptamtlich. Auch Kroder bedankte sich daher bei allen Aktiven, die sich für die Sicherheit einsetzen. Er erlebe viele Bürger, die immer nur Jammern und der Meinung sind, dass im Landkreis in Bezug auf Sicherheit nichts vorwärts gehen würde. Aber die Beschaffung der beiden Fahrzeuge, von denen v.a. die Drehleiter mit Bezuschussung des Landkreises unterstützt wurde, zeigt, dass der Landkreis sehr aktiv ist, um sich resilient aufzustellen. Die Vorbereitung auf Schlimmes sei leider notwendig, so Kroder. Den Feuerwehrleuten wünschte er viel Spaß beim Üben und stets erfolgreiches Arbeiten bei den Einsätzen. Zum Schluß dankte er auch den Familien der Aktiven für die große Unterstützung.

Kreisbrandrat Holger Herrmann bezeichnete diesen Tag als „wunderbar für die Bürger von Feucht“. Die Beschaffung der beiden Fahrzeuge ist aus seiner Sicht absolut notwendig und passt richtig in das Gesamtkonzept des Landkreises. Die v. a. in der Drehleiter enthaltene Technik beschrieb er als für die nächsten Jahrzehnte unverzichtbar. Herrmann bedankte sich bei der Marktgemeinde für das vorausschauende Denken und beim Landkreis sowie dem Freistaat Bayern für die Bezuschussung. Auch er wünschte den Aktiven viel Freude und immer ein gesundes Nachhausekommen.

Markus Stelzer von der Feuerwehr Feucht war als „Fachmann der Technik“ wesentlich an der Planung und Realisierung der Drehleiter beteiligt und erläuterte den Anwesenden die näheren Details. Er spannte dabei einen historischen Bogen von der ersten Drehleiter aus dem Jahr 1968, die er in seinen Anfängen als Feuerwehrmann vor über 30 Jahren noch erlebte und die erst 1999 von der sich jetzt noch im Dienst befindlichen Drehleiter abgelöst wurde. Der technische Unterschied allein zwischen diesen beiden Typen ist kaum zu beschreiben und jetzt, 27 Jahre später, nochmals ein gefühlter Quantensprung zum neuen Fahrzeug, das ab sofort seinen Dienst verrichten wird. Wo die Reise hingehen wird, wenn in ca. 30 Jahren evtl. die nächste Generation Drehleiter angeschafft wird, ist somit heute kaum vorstellbar.

Bzgl. der neuen und erweiterten Möglichkeiten ging Stelzer v. a. auf die erweiterte Abstützbreite des Fahrzeugs ein, wodurch mehr Ausladung und Nutzlast erreicht werden kann. Früher absolute Ausnahme, heute Standard: Das abknickbare Gelenk im Leiterpark, um auch schwer zugängliche Stellen an Häusern zu erreichen. Weitere Details sind ein umfangreiches Lichtpaket, der Korb, der nun bis zu 4 Personen tragen kann, eine optimierte Krankentragenhalterung, um Patienten schonend aus Gebäuden zu retten, verbesserte Möglichkeiten zur Brandbekämpfung mit fest installierter Wasserleitung, großem Wasserwerfer, Hochleistungslüfter sowie umfangreiche Anschlagpunkte für die Absturzsicherung und Höhenrettung.
( Weitere technische Details zum Fahrzeug klick hier )
Stelzer bedankte sich bei den Projektverantwortlichen der Fa. Magirus und bei der Fa. Jahn als Lieferant der Beladung für die professionelle und exzellente Zusammenarbeit.
Im Anschluß führten der evangelische Pfarrer Armin Kübler und der katholische Kaplan Dr. Norbert Okoledah-Donkor die offizielle Segnung der beiden Fahrzeuge durch. Sie bedankten sich im Namen der Bürger bei allen Beteiligten – vom Finanzierer bis zum Realisierer – für die Beschaffung und bezeichneten diese als wichtigen Baustein für die Resilienz. Notwendige Schritte wurden unternommen und die beiden Geistlichen empfinden es schön, als Feuchter Bürger dies zu wissen. Mit dem Bibelzitat „Einer Trage des anderen Last“ verbanden der Pfarrer und der Kaplan die Wichtigkeit des Helfens, Unterstützens, der Taten sowie dem füreinander Einstehen, auch wenn dabei mal ein Risiko eingegangen werden muss. Somit letztlich also den Grundgedanken der Feuerwehren, die bei der Bevölkerung immer noch sehr hoch angesehen sind.

Otmar Fassold als Vertreter der Drehleiter-Herstellerfirma Magirus übergab offiziell den Fahrzeugschlüssel an den Bürgermeister und wünschte allzeit gute Fahrt und gute Heimkehr von allen Einsätzen.

Bürgermeister Kotzur als Dienstherr der Feuerwehr reichte den Schlüssel weiter an Kommandant Felsner und lud damit alle Anwesenden zum Abschluß des Abends zu einem gemeinsamen Imbiss ein.

